Predigtserie “Das Kreuz”

Christlich aufgewachsen war mir das Kreuz schon immer ein Begriff. In der Sonntagsschule hörte ich, dass Jesus ans Kreuz ging, weil er uns liebt und unsere Sünden damit vergeben werden. Als ich Teenie war, erschien dann der Film „The passion“ mit Mel Gibson. Dort realisierte ich dann auch, was es für Jesus ganz physisch bedeutete ans Kreuz zu gehen. Jesus bat seinen Vater den Kelch an ihm vorüberziehen zu lassen. Und Jesus erlitt grausamste Folter über einen langen Zeitraum. Ich merkte, dass für Gott die Beziehung zu uns nicht nur die Hingabe seiner Gottheit bedeutete, sondern dass er einfach alles hingab um an den absoluten Tiefpunkt für unsere Freiheit zu gelangen. Später las ich unter anderem Bücher über das Kreuz. Mir wurde klar, dass es dabei nicht einfach nur um Sühne geht. Das Kreuz Jesu ist mehr als nur das stellvertretende Sühnelamm für unsere Fehler. Ich merkte auch, welche Kraft das Kreuz für mein Leben beinhaltet. Mir wurde bewusst, dass ich das Kreuz ganz persönlich annehmen darf, aber auf keinen Fall nur persönlich nehmen darf. Gott hat mich sehr wohl im Blick, aber er hat auch die ganze Menschheit im Blick. Somit gilt sein Kreuz zu 100% mir persönlich und genauso zu 100% der ganzen Menschheit. Ich realisierte irgendwann, dass ich mein Kreuz auf mich nehmen soll. Zuerst war das geprägt von einer märtyrerischen Wahrnehmung. Später fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass genau in diesem Weg die absolute Freiheit liegt. Denn das Samenkorn muss sterben, damit es Frucht bringt. Nun mündet diese Erzählung langsam in die Gegenwart hinein – zum Glück endet sie hier nicht. Die Geschichte mit dem Kreuz wird sich durch mein ganzes Leben weiterziehen. Was für eine wunderbare Gnade!

Die kommende Serie heisst schlicht und einfach „Das Kreuz“. Ich bin gespannt, welche Geschichte das Kreuz in dieser Etappe unseres Lebens schreiben wird!

 

Michael Wenk