Predigtserie „Seligpreisung“

Jeder Mensch hat Lebensentwürfe, Vorstellungen oder Pläne, wie er sein Leben gestalten möchte. Ich wollte beispielsweise eine Familie haben und wurde erfreulicherweise auch mit einer beschenkt. Der Sport ist auch Teil des Entwurfs. Als über Neujahr mein Kreuzband riss, konnte ich diesem Teil nicht mehr nachgehen.

Wir merken, dass Lebensentwurf und Realität nicht immer deckungsgleich sind. So stehen wir alle irgendwo zwischen den beiden Polen von Lebensentwurf und Realität. Das wirft Spannungen auf: Wie sehr muss ich meinen Lebensentwurf der Realität anpassen? Wie sehr kann ich die Realität verändern, damit der Lebensentwurf gelebt werden kann?

Gott hat für uns Menschen auch einen Lebensentwurf erstellt. Dieser Entwurf ist weit und frei. Er spricht von Versöhnung, Freude, Gerechtigkeit und Frieden. Gottes Lebensentwurf offenbart sich in seinem Reich, das in Jesus Christus sichtbar wird. Oder umgekehrt formuliert: Als Christen folgen wir Jesus und damit dem Lebensentwurf Gottes. Wir suchen sein Reich der Weite, Freiheit, Versöhnung, Freude, Gerechtigkeit und des Friedens. Doch auch bei Gottes Lebensentwurf erleben wir eine Spannung durch die Realitäten des Lebens. Immer wieder fragt man sich, wie Reich Gottes in Krieg, Hunger, Leid und Elend kommen kann. Ist es überhaupt möglich? Zerbrechen wir nicht daran?

Jesus weiss, dass sein Lebensentwurf auf dieser Welt viele Spannungen aufwirft. Spannungen, die manchmal kaum aushaltbar sind. Deshalb lädt er uns ein Querdenker zu werden. Er führt uns vor Augen, was uns bei seinem Lebensentwurf erwarten wird. Soviel sei bereits gesagt: Wer wegen Gottes Lebensentwurf hier als Verlierer gilt, wird später der Gewinner sein. Die Seligpreisung aus Lukas 6,20-23 lädt uns ein, an Gott festzuhalten, seinen Entwurf vor Augen zu haben und damit die Spannung der Gegenwart auszuhalten.